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Geschichte der Hängematte

Geschichte der Hängematte

Geschichte der Hängematte

Hier finden sie einen kleinen Überblick über die Geschichte und Herkunft von Hängematten und Hängestühlen.

  1. Geschichte und Wortherkunft
    • Das Wort Hängematte hat seinen Ursprung in Haiti. Das Volk der Taíno nannte seine "Schlafmatten" hamáka.
      Auf seinen Amerikareisen lernte Kolumbus die Hängematte kennen. Am 17. Oktober 1942 machte er folgenden Eintrag in seinem Bordbuch:
      "Betten und Decken, auf denen jene Leute schliefen, sind eine Art Wollnetze"
      Am 03. November 1942 spricht er dann das erste mal von "hamacas"
      In der deutschen Sprache tauchte das Wort erstmals 1529 auf. Hier wurde von "Hamaco" oder "Hamach" geredet. Im Laufe der Zeit hat sich dieses Wort zu Hängematte umgewandelt. Die heute noch verwendete englische Bezeichnung hammock oder die französiche Bezeichnung hamac machen den Ursprung deutlicher.
    • Die Herkunft der Hängematten ist Süd- und Mittelamrika. Hier gehört die Hängematte seit je her zur Tradition der Kultur.
    • Die Hängematte wurde seit der Entdeckung Amerikas durch europäische Seefahrer traditionell als Schlafgelegenheit auf Schiffen verwendet. Die Hängematte glich das Schwanken des Schiffes durch ihr Mitschwingen aus. Dadurch konnte der Matrose bei starkem Seegang nicht aus der Hängematte fallen, wie dies bei einem normalen Bett der Fall gewesen wäre. Darüber hinaus konnte die Hängematte bei Nichtnutzung platzsparend verstaut werden. Der auf den Schiffen sowieso knappe Raum konnte dadurch wieder freigegeben und anderweitig genutzt werden.
  2. Arten von Hängematten
    • ​​​Traditionell unterscheidet man zwei Arten von Hängematten. Zum Einen die Netzhängematten, welche ihren Ursprung in Mexiko haben, zum Anderen Tuchhängematten welchen ihren Usprung in Südamerika haben, z.B. Kolumbien, Brasilien, Venezuela oder El Salvador.
    • Traditionelle mexikanische Hängematten bestehen aus einer Vielzahl dünner, knotenfrei ineinander verschlungener Baumwollfäden. Diese so entstehenden Netze, deren einzelne Fäden eine recht geringe Belastbarkeit haben, erhalten durch die Vielzahl der Fäden und das filigrane Verschlingen der Fäden eine enorm große Belastbarkeit, die die Belastbarkeit von Tuchhängematten in der Regel weit übersteigt. Durch das knotenfreie verarbeiten der Baumwollfäden wird eine sehr gute Anpassung des Gewebes an den Körper ermöglicht. In Verbindung mit dem feinmaschigen Gewebe ergibt sich hieraus ein sehr hoher Liegekomort. Netzhängematten gelten unter Kennern als die bequemsten Hängematten überhaupt.
    • Die traditionellen Tuch-Hängematten aus Südamerika haben im Gegensatz zu den Netzhängematten eine Liegefläche aus gewebtem Tuch. Das Weben dieser Hängematten ist eine traditionelle Handwerkskunst in den entsprechenden Ländern. Hochwertige Tuch-Hängematten zeichnen sich dabei insebesondere immer durch Herstellung in Handarbeit aus, da bis heute keine Maschine die gleiche Qualität liefern kann. Besonderheit z.B. der kolumbianischen Tuchhängematten sind die offenen Aufhängeschlaufen. Im Gegensatz hierzu sind die Aufhängeschlaufen bei z.B. brasilianischen Tuchhängematten geschlossen.
    • Neben diesen traditionellen Arten der Hängematte wurden im Laufe der Zeit neuere Arten entwickelt. In Nordamerika und Europa mittlerweile ebenfalls sehr verbreitet und beliebt ist die Stabhängematte. Im Unterschied zur traditionellen Hängematte besitzt die Stabhängematte Spreizstäbe, durch welchen die Liegefläche permanent offen gehalten wird. Man sagt, dass diese Art der Hängematte entstanden ist, da man in Nordamerika und Europa zunächst immer falsch in den traditionellen Hängematten ohne Stab gelegen hat. In diesen traditionellen Hängematten liegt man nämlich diagonal, sodass der Körper die Liegefläche offen hält. Stabhängematten gibt es sowohl von der mexikanischen Variante, also mit Netz-Liegefläche, als auch von der südamerikanischen Variante, also mit Tuch-Liegefläche. Stabhängematten sind aufgrund der permanent offenen Liegefläche sehr beliebt zum Sonnenbaden.
    • Ebenfalls aus der traditionellen Hängematte entwickelt wurde der Hängestuhl. Auch hier wird mit einem Spreizstab die Tuchfläche auseinander gehalten. Allerdings wird der Hängestuhl nicht horizontal aufgespannt und an zwei Punkten befestigt, wie eine Hängematte, sondern vertikal an einem Punkt. Die Hängestühle sind mittlerweile auch in den Ursprungsländern der Hängematten zu einer beliebten Variante geworden.